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am 26. September

Neue Mobilität: Politik muss in die Gänge kommen

- Viele Wege in der Stadt sind bereits jetzt gut mit dem (Lasten-)Fahrrad zu bewältigen. Damit noch mehr Menschen umsteigen können und wollen, braucht es aber verkehrspolitische Änderungen für ein fahrradfreundlicheres Umfeld.

Der Europaabgeordnete und Verkehrssprecher der Europäischen Grünen, Michael Cramer, war auf Kurzbesuch in Wien. Neben der schnellen Schienenverbindung zwischen Flughafen und Hauptbahnhof, dem weiteren Ausbau von Radverkehrsanlagen und der Förderung für das "Grätzelrad" in Wien, zeigt er sich von den aktuellen Entwicklungen in Wien beeindruckt.

für ein fahrradfreundliches umfeld

"In Europa gibt es bereits einige Städte, die beispielhaft zeigen, dass es sinnvoll ist, auf das Radfahren zu setzen. In Kopenhagen etwa hätte man sich vor 20 Jahren auch nicht träumen lassen, dass heute 53 Prozent der Menschen mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule oder zur Uni fahren. Auch der Lastenverkehr lässt sich zu 50 Prozent von Cargobikes bewältigen. Wichtiger als die Zahl der Steigerungen ist aber ein fahrradfreundliches Umfeld."

„Der Schlüssel zu einer anderen Mobilität liegt in den Städten: 70 Prozent der klimaschädlichen Abgase in den Städten werden vom Autoverkehr verursacht.“
Barbara Neuroth und Michael Cramer
Bild: Barbara Neuroth, Julian Schmid und Michael Cramer mit Lastenfahrrad
Barbara Neuroth, Julian Schmid und Michael Cramer mit einem Lastenfahrrad in Wien

Unsere Nationalratsabgeordnete Barbara Neuroth erklärt, mit welchen zwei Maßnahmen der Lastentransport mit dem Fahrrad in Wien seit 2017 unterstützt wird:

1. Die Transportrad-Förderaktion

Auf Betreiben von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou standen ab März 2017 Förderungen zur Verfügung: bis zu 800 Euro für muskelkraftbetriebene Transporträder und bis zu 1.000 Euro für E-Transporträder. Die Aktion war ein durchschlagender Erfolg und die Fördersumme war in kurzer Zeit ausgeschöpft. Das hat die Präsenz von Transporträdern im alltäglichen Verkehrsgeschehen deutlich gesteigert, und Arbeitsplätze bei den entsprechenden HerstellerInnen und HändlerInnen in der Stadt gesichert.

2. Die Grätzel-transporträder

Für die Wienerinnen und Wiener sowie für die Unternehmen in der Stadt gibt es sogenannte Grätzelräder. Diese greifen den Sharing-Gedanken ​auf und werden über die Mobilitätsagentur Wien organisiert. Die Anschaffung eines solchen Rades wird zu 100 Prozent finanziell unterstützt. Wer ein solches Grätzelrad gefördert bekommt, verpflichtet sich, es der Bevölkerung gratis zur Verfügung zu stellen und in eine Buchungsplattform einzutragen. 

Derzeit sind neun, demnächst zehn Standorte zwischen Ottakring und Favoriten realisiert, an denen unkompliziert bis zu 24 Stunden bzw. fürs Wochenende Transporträder ausgeborgt werden können. Sie sind für Transportaufgaben bis 100 kg geeignet. Einzige Voraussetzungen: 50 Euro Kaution, Lichtbildausweis, Alter ab 18. Fertig!

„Die Bundesregierung hat es auch nach vier Jahren nicht geschafft, eine fertig ausverhandelte Novelle der Straßenverkehrsordnung mit fahrradfreundlichen Änderungen vorzulegen.“
Julian Schmid

Wir Grüne wollen:

  • ​Ein Aus der "Sonder-Nachrangregeln" bei Radverkehrsanlagen. Zum Beispiel: Nachrang bei Ende des Mehrzweckstreifens statt dem üblichen Reißverschlussprinzip.
  • Neue Bestimmungen für Kinder. Die praxisfernen Regelungen, nach denen Kinder schon mit drei Jahren nicht mehr am Gehsteig fahren dürfen und Schulkinder nicht allein mit dem Tretroller zur Schule fahren dürfen, sollen geändert werden.
  • Eine sinnvollere Lösung des Mindestalters für den Radfahrausweis.
  • Eine weitere Lockerung der Radwegbenutzungspflicht. Seit 2013 gibt es Ausnahmen zur Benutzungspflicht von Radwegen im Straßenverkehr: manche Radwege dürfen, müssen aber nicht benutzt werden. ​Wir wollen eine Erweiterung dieser Wahlfreiheit und mehr von der Benutzungspflicht ausgenommene Radwege​.

Vier Jahre Große Koalition im Bund 2013 bis 2017 waren für den Rad- und auch den Transportradverkehr vier verlorene Jahre. 

Um das zu ändern, braucht es starke Grüne!




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